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Fachagentur Bodenbearbeitung – Saat – Pflanzenschutz

Wolfgang Nürnberger GmbH

Deutschland – Ein Wintermärchen und das Ziel aller Träume? (2015)

(Einige, zugegebenermaßen, provokante Anmerkungen im 25. Jahr nach der Wiedervereinigung und der Aufnahme der DDR-Flüchtlinge in die demokratische westdeutsche Werte-BRD)

Man kann zur Kanzlerin stehen wie man will, in einem Punkt muss man ihr uneingeschränkt Recht geben: Deutschland wird nicht mehr so sein, wie es einmal war!
Mit ihrer Entscheidung, Menschen auf der Flucht den Zugang nach Deutschland zu ermöglichen hat sie aus rein humanitären Gründen Recht, doch leider ist Deutschland kein traditionelles Einwandererland und so formiert sich ganz zwangsläufig eine Gegenbewegung! Wenn man einmal von deutlich rechtsradikalen und ausländerfeindlichen Denken absieht, so kann man auch in diesem Zusammenhang die Ängste der Deutschen vor Überfremdung oder allgemein formuliert, vor einer möglichen Veränderung des Lebens in einer überbordenden Wohlstandsgesellschaft verstehen.
Wenn man nun die aktuelle Politik verfolgt, fällt ins Auge, dass niemand, egal wie er sich auch dazu äußert, eine akzeptable Lösung weiß und auch ich bin einigermaßen ratlos, was die Zukunft nun bringen wird und egal was immer auch entscheidet, man wird das Problem der enormen Flüchtlingsbewegungen nicht mehr los werden.
Die derzeit zu erlebenden Flüchtlingsströme sind im Wesentlichen von der sogenannten „Internationalen Wertegemeinschaft“ (was für ein unsagbarer demagogischer Begriff!) selbst verursacht. Ich habe mit meiner Familie in den 80ziger Jahren des letzten Jahrhunderts fünf Jahre in einer „wunderbaren Diktatur“ in Libyen gelebt. Mit dem Wort „wunderbar“ will ich keinen Aufschrei provozieren, aber darauf hinweisen, dass es während der Herrschaft von Gaddafi sicher viele Verbrechen und Ungerechtigkeiten gab, aber der Staat Libyen, den es eigentlich aus der Geschichte heraus nie gab, wurde von einer der vier großen Volksstämme geführt und auch die anderen Führer ihrer Stämme konnten in diesem Rahmen ihre „Schäfchen“ ins Trockene bringen. Gute Menschen waren auch die Libyer nicht. Davon konnten wir uns u.a. auch anhand des Schicksals der über einen Million legal oder illegal in Libyen, vorwiegend aus den Ländern südlich der Sahara, lebenden Ausländer, welchen wir dort begegneten, überzeugen.
Gaddafi hatte, aus Sicht dieser sogenannten „westlichen Wertegemeinschaft“ nur einen Fehler: Er stand auf der falschen Seite und war kein sogenannter Freund des Westens.
Trotzdem machte man mit ihm glänzende Geschäfte (ich war mehrmals auch zu Terminen im militärischen Beschaffungsamt der Armee) und die Ausrüstungen für die Giftgasfabrik in Rabta kamen sicher nicht aus der Sowjetunion. Geld stinkt eben nicht und die Zahlungsbedingungen beim Kauf von Waffen, … schweigen wir hier lieber.
Weil die Flüchtlingsbewegung aus den Gebieten südlich der Sahara anschwoll, hat man Herrn Gaddafi zuletzt sogar viel Geld gezahlt, damit dieser sogenannte Internierungslager bauen sollte und die libysche Küste gegen illegale Grenzübertritte in Richtung Norden schützt. Leider hat sich dann Gaddafi ziemlich fehlverhalten und u.a. den kleinen Sarkozy ziemlich bloßgestellt und so musste das es passieren: Der Westen brachte die Menschenrechte ins Spiel, welche immer herhalten müssen, wenn man plant dem Land endlich Frieden und Demokratie zu bringen (zuvor hatte man natürlich von außen die in jedem Land wohnenden 10 % und die früher geflüchteten unterstützt, welche mit den herrschenden Verhältnissen nicht klar kamen und welche sich durch einen Regimewechsel neue Pfründe versprachen. Dann wurde die vom Sicherheitsrat der UNO sanktionierte Einrichtung einer Flugverbotszone begonnen, damit die libysche Armee nicht die Aufständischen, welche dann immer Aktivisten heißen, wenn sie auf der westlichen Seite stehen, besiegen konnte, denn man hatte ja schon dort einiges an Vorleistungen gebracht.
Unter Bruch des Völkerrechts hat man dann mit fast 30.000 Einsätzen einen Regimewechsel durchgeführt und seitdem sollte danach Libyen ein wunderbares und demokratisches Land sein. Im fortwährenden Chaos konnten sich dann die Flüchtlinge aus Afrika nach Europa aufmachen. Deutschland meinte dann, dass man mit dem Abkommen von Dublin das Problem gelöst hatte, indem man Italien und Griechenland die praktischen Folgen des Abkommens aufbürdete. Dann musste zwar die Slomka im ZDF manchmal traurig das Gesicht verziehen, wenn wieder ein paar Hundert ersoffen sind, aber es war ja weit weg!
Schon damals war klar, dass sich die Russen und Chinesen nicht noch einmal im Sicherheitsrat so schamlos übertölpeln lassen würden, von wegen Einrichtung einer Flugverbotszone und so nahm das Schicksal in Syrien seinen Lauf. Auch dort herrscht leider aus westlicher Sicht ein Diktator, man spricht vom Assad-Regime, obwohl dieser unter den dortig herrschenden Bedingungen einigermaßen demokratisch gewählt wurde und auch diesen Menschen musste geholfen werden. So wurde die in jedem Land der Erde vorhandene Opposition mit Hilfe anderer Diktatoren, welche aber dem Westen zugeneigt sind, bewaffnet und das wurden dann wieder Aktivisten (übrigens auch ich bin dreifacher Aktivist der sozialistischen Arbeit in der DDR geworden; was man so alles aus Begriffen machen kann!). Nach den Erfahrungen mit Libyen konnte man dieses Mal keine Flugverbotszone im Sicherheitsrat durchsetzen und dann dauert es eben länger, um seine geopolitischen Ziele durchzusetzen.
Sprache ist eben wunderbar manipulierbar: Die Millionen ethnischer Russen in der Ukraine sind dann Separatisten, der Einmarsch der Saudis, eine schlimme fast noch feudalistische Diktatur, in Bahrain zur Unterdrückung der schiitischen Bevölkerungsmehrheit, wird medial totgeschwiegen, in Mali sind die Gegner der westlichen orientierten Regierung dann eben Terroristen, das in Palästina seit Jahrzehnten begangene Unrecht an den Arabern wird nur ab und zu bedauert und auch in weiteren 60 Jahren offensichtlich nicht gelöst (was würden wir tun, wenn man auf unserem Grund und Boden fremdes Eigentum errichtet?), und so weiter und so fort; wir sind eben wirklich eine westliche Wertgemeinschaft!
Man muss nun kein Prophet sein, um vorauszusagen, dass die Flüchtlingsbewegungen in den nächsten Jahren massiv zunehmen werden. Dazu trägt die schonungslose Ausbeutung und Zerstörung unseres Planeten zunehmend bei. Ein Deutscher, und der war auch noch Bundespräsident, hat es einmal im Flugzeug deutlich gesagt und dafür musste er gehen, denn wo es früher noch echte Journalisten gab, gibt es heute viel mehr Schreiberlinge und Sprechlinge, die man eben auch gerade als ehemaliger Bürger der DDR verstehen kann: Wenn man etwas werden will und auch sein Fleischtöpfchen füllen möchte, dann muss man der herrschenden Partei.., pardon, der herrschenden Klasse schön nach dem Maul reden, wobei ein klein bisschen Kritik schon sein kann, schließlich leben wir in einer Demokratie, wo jeder sein Töpfchen mit seinem ihm eigenen Mitteln und Netzwerken füllen kann.
Auf Beispiele kann hier wegen der Fülle dieser Dinge nicht eingegangen werden.

Also, was wollen wir nun in Zukunft in Deutschland tun? Ehrlich gesagt ich weiß es nicht, ich weiß aber, dass alle anderen es auch nicht wissen. Errichten wir nun sogenannte Auffanglager und wo? Bauen wir unter Nutzung der Erfahrungen der DDR neue Mauern um uns, mit dem Unterschied, dass man niemanden rein lassen will.
Einzig richtig ist es die Ursachen der Flüchtlingsbewegung zu bekämpfen, aber diese Ursachen hat man ja erst in Afghanistan, Irak, Syrien, Libyen und mit der Zerschlagung Jugoslawiens selbst geschaffen und diese Länder nun zu stabilisieren kostet viele Milliarden.
Jetzt denkt man schon daran, dem Regime in Ankara viel Geld zu geben, dass Erdogan dort, wie zuvor Gaddafi die Grenzen zu Europa schützt.
Und das wirkliche Reich des Bösen, was überall und immer seine Hände im Spiel hat schaut genüsslich den hilflosen Europäern in ihrer EU zu, einer EU welche leider auch in der Zukunft nicht das umsetzen wird, was man auch einmal hätte beschließen sollen: Neben der Wirtschafts- und Währungsunion, auch einheitliche soziale Verhältnisse und Standards in allen Mitgliedsländern zu schaffen.

Also stehe ich voll und ganz hinter Angela Merkel, denn ich weiß es nicht besser und ich bin zu gebildet, um dumme Sprüche wie ein übler Mensch aus Bayern ohne wirkliche Lösung, zu klopfen. Hoffen wir alle gemeinsam, dass sie nicht vorzeitig hinschmeißt, denn dann wird das Chaos total bei dem gegenwärtigen Tableau an Führern.

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